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BAUBIOLOGIE
Pilze - Allergene - Partikel
Schimmel-
und Hefepilze | Stoffwechselprodukte
| Schimmelpilzsporen
Baubiologische Begehung | Nährböden
| Feuchte Umgebung | Sanierung
Bilderseite zum Thema
Schimmel-
und Hefepilze bilden das fünfte biologische Reich
mit einem Anteil an der Biomasse der Erde von ca. 25 %. Sie sind
zusammen mit den Bakterien für den Abbau abgestorbener Biomasse
zuständig.
Pilze
bilden außerdem Enzyme, konservieren Lebensmittel und sind
ein wichtiger Faktor bei der Herstellung von Medikamenten und
Nahrungsmitteln, wie Hefe, Käse, Joghurt, etc.
Sie lösen aber auch (u.U. tödliche) Krankheiten aus.
Von den über 100.000 Pilzarten sind etwa 100 gefährlich
für den Menschen. Diese schwächen das Immunsystem, Vitamine
und Mineralstoffe können aus der Nahrung nicht mehr optimal
aufgenommen werden und der Organismus gerät unter Stress.
Ärzte bezeichnen die Zunahme von Pilzinfektionen und Allergien
als eine "neue Volksseuche", welche bei uns etwa 10.000 Tote pro
Jahr fordert. Viele Tumore sind pilzbefallen und die meisten Aidspatienten
sterben an Pilzinfektionen. Von den in der Uniklinik Düsseldorf
obduzierten Toten, bei denen keine eindeutige Todesursache festgestellt
werden konnte, wiesen 70 % einen starken Pilzbefall auf. Das Bundesgesundheitsministerium
misst den Pilzgiften (Mykotoxinen) eine ebenso hohe Bedeutung
zu wie den Pestiziden.
Alltagsbeschwerden und Krankheitssymptome sind u.a. Atemwegserkrankungen,
Allergien, Infektanfälligkeit, Kopfschmerzen, Erschöpfung,
Übelkeit, Nasenbluten. Auslöser hierfür sind die
Stoffwechselprodukte
von Pilzen und Bakterien und Schimmelpilzsporen,
die über die Nahrung, die Nahrung, die Haut und/oder die
Atemwege aufgenommen werden. Klarheit hierüber schafft die
baubiologische Begehung,
Abhilfe die baubiologische
Sanierung .
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Die
flüchtigen Stoffwechselprodukte
der Pilze (Microbial Volatile
Organic C hemicals) und der
oft am Pilzbefall beteiligten Bakterien sind höhere Alkohole
mit einer ähnlichen Wirkung wie Lösemittel und sind
für den typischen Kartoffelkellergeruch (Geosmin) verantwortlich.
Mykotoxine kommen aufgrund ihrer guten Diffusionsfähigkeit
durch Dampfsperren besonders bei versteckter Schimmelbildung (z.B.
hinter Verschalungen) zum Tragen und werden dann zum Nachweis
eines Befalles (MVOC-Messung) herangezogen.
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Schimmelpilzsporen und Mykotoxine
(schwerflüchtige Pilzgifte) werden als partikel-gebundene
Luftschadstoffe (an Staub oder Fasern) über eine Luftkeimsammlung,
Material- oder Staubprobe quantitativ (Sporenanzahl) und qualitativ
(Gefährlichkeit) ermittelt.
Nach diesen Ergebnissen richtet sich der notwendige Sanierungsaufwand.
Eine unsachgemäße Sanierung kann eine ganze Wohnung,
deren BewohnerInnen und die sanierenden Personen kontaminieren
(verseuchen)!
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Die baubiologische
Begehung umfasst:
-
Anamnese
der Gebäude- und der BewohnerInnen mit allen relevanten
Parametern
-
Visuelle
Inspektion der Innenräume und der Außenwände
(Wasserschäden!)
-
Temperatur-
und Feuchtemessungen von Luft und Baumaterial - aW-Wert
-
Probenahmen
und Probenanalytik - viable und non viable sampling
-
Bewertung
- Richtwerte, Keimzahlen Innen/Aussen, Gattungsprofile
-
Sanierungsplan
(auf Wunsch)
Je
nach Nährstoffangebot
gedeihen Pilze besonders in feuchter
Umgebung. Sie kommen in der Luft, auf Materialien
und Lebensmitteln, im Hausstaub oder im sanitären Bereich vor.
Die meisten Schimmelpilzarten leben bevorzugt im Hausstaub; ihre
"besten Freunde" sind die Hausstaubmilben. Eine Hausstauballergie
ist meistens eine Schimmelpilzallergie. Eine unzulängliche
Bauweise, falsches Wohnverhalten, zu hohe Baufeuchte, zu dichte
Wände und Fenster, mangelhafte Lüftung, zu hohe Luftfeuchtigkeit,
etc. kultivieren Schimmel.
Nährböden
für Pilze sind organische Materialien und Rückstände,
Staub, Tapeten, Kleister, Farben, Teppiche, Polster, Matratzen,
Holz, Ziegel, Putz, sogar Beton und einige Kunststoffe (Weichmacher),
sowie Blumenerde, Haustiere, Ziervögel, Aquarien, Terrarien,
Getreide, Nüsse, Ölpflanzen, Käse, Reis, Malz und
Früchte, etc. und CO2 ("dicke Luft").
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Relative
Feuchte ist die prozentuale Sättigung der Luft bei einer
gegebenen Temperatur. Absolute Feuchte ist die Gesamtmasse
von Wasserdampf in einem m³ Luft [g/m³]. Am Taupunkt
ist die Luft mit Wasserdampf gesättigt und es tritt Kondensation
ein (100% rF).
Die Wasseraktivität (aW-Wert:
aw=rF[%]/100) eines Materials oder einer Wand ist direkt proportional
zur relativen Feuchte rF [%] der unmittelbaren Umgebungsluft,
wobei sich bei konstanten Bedingungen ein Feuchtegleichgewicht
(Wasserabgabe=Wasseraufnahme) einstellt. Der Gleichgewichts-Feuchtegehalt
EMC (Equilibrium Moisture Contents) ist die materialabhängige
Aufnahmefähigkeit für Wasser bei 20°C in Abhängigkeit
von rF.
Beispiel: Holz fühlt sich mit einem Wassergehalt von 11 Gewichtsprozent
"trocken" an (rF = 60 %), während eine Tapete bei einer Beladung
mit 12 Gew.% Wasser schon fast tropfnass ist (rF = 95 %).
Ab aw = 0,7 (rF = 70 %) besteht wegen des anfallenden freien Wassers
grundsätzlich die Gefahr des Anwachsens von Mikroorganismen.
Dabei muss der "Feuchtezustand" zeitlich gesehen ("time of wetness")
nur zu 50 % auftreten. Es entsteht ein dringender baubiologischer
Handlungsbedarf.
Zur Vermeidung von Schimmelbildung ist es notwendig Feuchteprobleme
zu erkennen und zu bewerten.
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Ablauf
einer Sanierung:
Ursachen finden und beseitigen (z.B. Wasserschaden, falsches Wohnverhalten)
Erstellen eines sinnvollen Sanierungsplanes gemäß den
mikrobiellen Analysen
Reinigen aller Oberflächen (H1-Staubsauger mit HEPA-Filter!)
Entfernen aller kontaminierter Materialien (an Ort und Stelle
verpacken)
Entfeuchten der Bauteile und der Raumluft und Desinfektion der
Oberflächen
Regulation des Wärmehaushaltes und Erstellen eines Lüftungsprogrammes
Luftfiltern mit HEPA-Filtern und Sanierungskontrolle
Bei
allen Sanierungsmaßnahmen sind der vorgeschriebene und empfohlene
Arbeitsschutz und die Arbeitssicherheit (BiostoffVO, allg. Hygiene)
zu beachten und Maßnahmen zur Vermeidung/Reduktion von Aerosolen,
Stäuben und Nebel zu ergreifen.
Grundsätzliche
Empfehlungen:
- 3 mal täglich Stoßdoppellüftungen, d.h. Feuchtigkeit
(CO2) raus und Frischluft
(O2) rein
- Keine Feuchtenester hinter Möbeln oder Heizkörpern
- Sicheres Reinigen und Entsorgen von Kompost und Hausmüll.
Die Bestimmung von Hausstaubmilbenanzahl und deren Exkremente,
sowie die Messungen von Bakterien, Legionellen, Pollen, Gräsern,
Tierhaaren, Partikeln, etc. erfolgen als mikrobiologische
Materialuntersuchungen über eine Hausstaubanalyse, Oberflächen-,
Wasser- oder Raumluftuntersuchung je nach den örtlichen Erfordernissen.
Die Ursachen für allergische Probleme können in Baustoffen,
Stäuben, Rauch und Ruß, Aerosolen, Lüftung, Klimaanlagen,
Hygiene- und Feuchteproblemen, Umwelt und so weiter liegen.
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