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Bodenentwicklung
Minerale
sind einheitliche chemisch-physikalische Bestandteile der festen
Erdrinde. Die regelmäßige Anordnung der verschiedenen Atome im Kristallgitter
bestimmt die Dichte, die Schmelztemperatur und die Festigkeit eines
Minerals. In den meisten gesteinsbildenden Mineralien bilden Silikate
die Grundstruktur. Bei der Verwitterung bzw. durch Neubildung entstehen
Tonminerale. An der Verwitterung sind physikalische, chemische und
biologische Vorgänge beteiligt.
Die
physikalische Verwitterung bewirkt einen Zerfall der Gesteine
durch Temperatur-, Frost- oder Salzsprengung in kleinere Teilchen,
ohne dass sich die Minerale chemisch verändern. Die entstehende
Oberflächenvergrößerung bietet der chemischen Verwitterung nun eine
wesentlich größere Angriffsfläche. Das Dickenwachstum von Pflanzenwurzeln
weitet die Risse und Spalten zusätzlich und leistet der Gesteinsverwitterung
so weiteren Vorschub.
Verringert
die physikalische Verwitterung im wesentlichen die Korngrößen, so
löst die chemische Verwitterung die Minerale völlig auf (Lösungsverwitterung)
und verändert deren chemischen Aufbau. Die Lösung eines Minerals
beginnt, indem sich Kationen und Anionen mit Wassermolekülen umgeben
und eine Wasserhülle bilden (Hydratation). Diese ist die Ursache
für Quellung von Feinböden (z.B. Ton), bzw. für die Auflockerung
der Minerale. Schwerlösliche Ionen werden dabei durch leichter austauschbare
ersetzt.
Zuerst
verarmt das Gestein an den Elementen Na, Ca, und Mg, dann an K,
Si und Mn. Unter den Anionen wird Chlorid (Cl-) leichter als Sulfat
(SO42-) ausgewaschen. Da H+-Ionen mit um die Positionen an den Metallionen
konkurrieren, sind saure Lösungen verwitterungswirksamer. Das CO2
der Luft bzw. von den Wurzeln und den Bodenorganismen löst sich
permanent im Wasser und bildet Kohlensäure. Z.B. reagiert schwer
löslicher Dolomit mit Kohlensäure zu leicht löslichen Hydrogencarbonaten.
Die
Oberfläche des Minerals ist nun weniger stabil als vorher, sie zerfällt
durch weitere Wasseranlagerung in Kieselsäure und Al-Oxid. Diese
sind als sog. Bodenkolloide überwiegend gelartig lösbar und können
durch Wassereinlagerung auskristallisieren und sekundäre Tonminerale
bilden (hier das Kaolinit). Eisen(II)haltige Minerale bilden nach
dem Herauslösen der Silikate rotbraunes Eisenyhdroxid, das die allgemeine
Braunfärbung der Böden bedingt.
Die
Bodenarten werden nach dem Gehalt der verschiedenen Korngrößen benannt:
- Ton mit Korngrößen
< 2 µm,
- Schluff mit
Korngrößen von 2 - 63 µm,
- Sand 63 µm
- 2 mm,
- grobere Steine
(kantig) und
- Kies (gerundet).
Feinböden
besitzen Korngrößenfraktionen < 2 mm, Bodenskelette > 2 mm.
Die Bodenarten können im Boden optisch und fühlbar mit Hilfe der
Fingerprobe unterschieden werden. Eine durchfeuchtete Bodenprobe
wird zwischen den Fingern solange geknetet, bis mit dem Entfernen
des überschüssigen Wassers jeder Glanz verschwindet.
- Ton ist
bindig, klebrig und formbar;
- Schluff hat
eine samtig-mehlige Beschaffenheit und ist nicht mehr bindig,
haftet aber
noch in den Fingerrillen;
- Sand haftet
nicht und ist sichtbar körnig.
Da diese Bodenarten in den jeweiligen Korngrößenfraktionen selten
rein vorliegen, wird der Hauptanteil um die vorherrschende Nebenfraktion
als Eigenschaftswort ergänzt, z. B. schluffiger Ton.
Im
Lehm sind die drei Korngrößen Sand, Schluff und Ton etwa
gleich vertreten. Bei genauer Korngrößenanalyse im Labor wird zur
Bestimmung der Bodenart das Dreiecksdiagramm benutzt.
Löß
ist ein ausgewehtes im Vorland der Gebirge abgelagertes Windsediment
aus trockengefrorenen Gletscherböden. Es besteht zu 70-80 % aus
Schluff und läßt sich als flächiger Bereich im Dreiecksdiagramm
ausweisen.
Der
Humus ist die organische Sustanz, die sich im und auf dem
Boden als abgestorbenes Pflanzen- und Tiermaterial (Streu) ansammelt
bzw. sich zu anderen organischen Stoffen (Huminstoffen) umwandelt.
Der
Abbau der organischen Substanzen beginnt, wenn Pflanzenteile
(Blätter, Nadeln, Zweige, Wurzeln) und Bodentiere oder Mikroorganismen
absterben. Dann zerlegen gewebeeigene Enzyme die Zellinhaltsstoffe
in ihre Einzelbausteine, die dann von Bodentieren zerkleinert und
gefressen werden. Dabei vergrößert sich die Oberfläche des Materials
erheblich und die Mikroorganismen bekommen für ihre Enzyme eine
größere Angriffsfläche. Die organische Substanz wird zum größten
Teil vollständig zu Kohlendioxid, Wasser, Ammoniak und Phosphat
abgebaut (Mineralisierung). Zum anderen entstehen aus den Zwischen-
und Endprodukten neue bodeneigene hochmolekulare, organische Substanzen,
die Huminstoffe (Humifizierung).
Die Streu wird mit den anderen Bodenpartikeln intensiv durchmischt,
insbesonders durch die Aktivität von Regenwürmern. Die nur schwer
abbaubaren Huminstoffe reichern sich an und färben die oberen Bodenschichten
braun bis schwarz.
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